|
Spurensuche - Discovery toursInhalt dieser Seite / Index of this page:
Spurensuche Nr. 17, Vogtei-Grenzsteine bei HärkingenDen meisten Autofahrern ist Härkingen (SO) als Autobahn-Kreuz A1 / A2 und als Stauproblem bekannt. Bei Recherchen zur „Solothurner Grenzbesetzung von 1789 – 1798“ stiess ich im „Jahrbuch für Solothurner Geschichte“ von 1947 auf eine Liste mit historischen Grenzsteinen in Härkingen zwischen den Vogteien Neu-Bechburg und Falkenstein. Grenzsteine von 1719 zwischen Vogteien – das war mir neu. Die Karte von Major J. B. ALTERMATT von 1795-1798 (schon für „Spurensuche Nr. 16“ verwendet) zeigt, dass die Vogtei Falkenstein im Bereich Egerkingen – Härkingen – Neuendorf wie ein Keil in Richtung Aare ins Gebiet der Vogtei Neu-Bechburg hineinragte. 1402 kaufte Solothurn die Hälfte der Herrschaft Neu-Falkenstein im Thal, dazu noch die Vogtei „Äusseres Amt Falkenstein“ im Gäu mit den Dörfern Egerkingen, Härkingen und Neuendorf. 1463 gelangten auch Oensingen, Oberbuchsiten, Niederbuchsiten und Kestenholz in den alleinigen Besitz von Solothurn. Sie bildeten, ab 1518 mit dem früher erworbenen Wolfwil, bis 1798 die Vogtei (Neu-)Bechburg, Äusseres Amt. Gemäss „Gäu“ in Historisches Lexikon der Schweiz unter: www.hls-dhs-dss.ch/
Unsere Grenzbegehung beginnt
südlich Neuendorf, am Waldeingang
südlich des Gehöftes „Moos“. Von dort verlief die 1719 fixierte Grenze
geradlinig durch den Wald nach Süden zum Grenzstein „Aglismatt“. (siehe
detaillierte Tabelle am Ende des Artikels) Sehenswert ist jedoch der folgende Stein von 1719, „Engelistein“ genannt, auf der alten Grenze, am „Engelisteinweg“ genannten Waldweg auf der Hügelkuppe. Die Jahrzahl 1719 und der Buchstabe „F“ für „Falkenstein“ zeigen, dass es sich um einen Vogtei-Grenzstein handelt.
Ab dem nächsten Stein in der markanten Strassenkurve von Aglismatt folgte die Vogteigrenze dem Abhang nach Osten. Im Bereich „Chabisban“ ist der meist metertiefe Graben als ursprüngliche Grenzmarkierung auf rund 400 Metern noch gut erhalten. Mindestens ein „Läuferstein“ ist am Grabenrand aufzufinden.
Die Grenze biegt hier als heutiger „Fulenbacher Grenzweg“ rechtwinklig ab. Ab dem SW Eckstein verläuft die Grenze 2500m lang fast geradeaus zum SE Eckstein „Dreiangel“. Auf diesem „Fulenbacher Grenzweg“ gelangt man zum
Grenzstein Nr. 26 von 1719, mit den Inschriften „B“ auf der südlichen Seite
(für Vogtei Bechburg), sowie „1719“ und „F“ (für Vogtei Falkenstein) auf der
nördlichen Seite. .(Foto nachstehend)
Der Stein von 1719 an der Strasse von Härkingen nach Fulenbach wurde 1959 ersetzt. Am neuen Stein steht „F“ für Fulenbach und „H“ für Härkingen. (Foto oben) Anschliessend führt der „Grenzweg“ weiter zum
südöstlichen Eckstein „Dreiangel“. An
diesem Punkt treffen 4 Gemeindegrenzen zusammen – und die Vogteigrenze verlief
rechtwinklig nach Norden und bildet die Gemeindegrenze zwischen Härkingen und
Gunzgen - dann anschliessend zwischen Egerkingen und
Hägendorf.
Nur bei der Kombination „F,
H“ steht „F“ für Fulenbach; sonst bedeutet „F“ Vogtei Falkenstein.
Der
Grenzstein von 1858 bei „Ischlag“ an der
Kiesgrube, 350 Meter östlich von „Dreiangel“ gelegen, markiert die Grenze
zwischen den Dörfern Gunzgen und Boningen – welche beide zur Vogtei „Bechburg“
gehörten.
(Als interessantes Objekt sei er hier trotzdem erwähnt.)
Summary: 8. Jan. 2012
Spurensuche 16 – Grenzsteine zwischen Oensingen und Aare bei WolfwilEinleitung In “Spurensuche 16“ wird für die Strecke zwischen Oensingen und der Aare aufgezeigt, dass an der praktisch unveränderten Kantonsgrenze BERN / SOLOTHURN erfreulich viele historische Grenzsteine von 1764 erhalten geblieben sind – obwohl der Schutz als Denkmäler erst um 1940 erfolgte. Wanderung entlang der Kantonsgrenze Vom Grenzstein Nr. 398 in
Oensingen verläuft die Kantonsgrenze Bern / Solothurn vorerst durch das neue,
grosse Industriegebiet – und kann mangels lohnender Objekte auch übersprungen
werden. Die nächsten Grenzsteine Nr. 402 und 403 stehen am so genannten
Bipperkanal in Nähe der Autobahn. Grenzstein Nr. 404 von 1764
beim Grenzstein Nr. 405 von 1764 beim Wo die Grenze durch den
Wald verläuft ist diese zudem mit einem
durchlaufenden Erdwall kenntlich gemacht. Zwischen Nr. 407 und 410
bedeutet dies rund 750 Meter Aufschüttung. Neben „modernen“ Markiersteinen entdeckt man in Verlaufe der Tour auch zahlreiche alte Markiersteine auf dem Erdwall, die „Läufersteine“ genannt wurden.
Nach dem Grenzstein Nr. 410 führt der Weg aufwärts (ca.
30m) zum höchsten Punkt der Wanderung - nahe Pt. 495, Dörisrain, wo der
Grenzstein Nr. 411 die Richtungsänderung nach Osten markiert. Man findet dann
zwei weitere schöne Steine von 1764. Grenzstein Nr. 413 markiert den Eckpunkt
der Gemeindegrenzen von Oensingen, Kestenholz und Niederbipp. Zwischen „Dräckloch“ (Nr.
415) und „Rain“ (Nr. 419) wurden 1950 die Grenzsteine ersetzt, wobei aber Nr.
416 von 1794 bestehen blieb. 1994 wurden zudem noch die Nr. 420, 421 & 422(?) ersetzt.
Bei den Grenzsteinen 423 – 426 erinnert nur noch der Karteneintrag „Weier“ bzw. „Grossweier“ an die beiden Weiher, deren Ausdehnung allerdings auf der Karte ALTERMATT von 1795-98 (anfangs dieses Artikels) gut zu sehen ist. Grenzstein Nr. 426 (a) – einst am Rande des „Grossweihers“ – ist der älteste Grenzstein auf unserer Tour. Er trägt die Jahrzahl „1624“ und die Nummer „426“. Er ist 65cm hoch, 48cm breit und am Boden 36cm, an der Spitze 28cm dick.
Ebenfalls mit Nr. 426 (b) ist der folgende Stein – einst am E Ufer des Grossweihers – bezeichnet. Dieser Stein trägt als Besonderheit 2 Jahreszahlen: „1925“ und „2003“. Der nächste Stein, Nr. 427
„Allmend“ war früher im Feld platziert, wurde jedoch um 2003 an die Hauptstrasse
versetzt. Damals wurde er „aufgefrischt“ und das Solothurner Wappen farbig und
die Inschriften „1764“ und „427“ in schwarzer Farbe „ergänzt“.
Im Wald, südlich der „Allmend“, folgen 2 weitere
Grenzsteine von 1764, auf einem praktisch durchlaufenden Erdwall. Die
Waldstrasse, die nun dort entlang führt, wird als „Schanzweg“
bezeichnet. Nummer 430 im Wald bei „Neuweid“ ist der letzte alte Stein, den ich finden konnte. Die Steine 431-433 wurden offenbar ersetzt. An der Strasse Schwarzhäusern – Wolfwil ist der beim Elektrizitätswerk Wynau gesetzte Markierstein kaum zu sehen, da oft überwachsen.
Liste der Grenzsteine zwischen Oensingen und der Aare beim EW Wynau:
Typ der Steine: Erklärung
der Buchstaben in den nachstehenden Beispielen;
Typische Grenzsteine
Summary:
When searching for
military fortifications in Switzerland, we often find these on former (medieval)
border lines, narrow places in valleys, marked by
(old) border stones. Dec. 2011
Spurensuche / Discovery tour Nr. 15
Sperren in den Jura-Schluchten zwischen Viques und Gänsbrunnen /
Der nächste Weg aus dem Becken von Delsberg / Delémont
durch die Schluchten von Moutier und Court (über Sonceboz - Biel) ins Mittelland
wurde in „Spurensuche Nr. 14“
beschrieben. Ebenso der Weg von Delsberg über Mervelier und den Scheltenpass
nach Mümlswil – Balsthal – Oensingen ins Mittelland in „Spurensuche
Nr. 3“.
„Spurensuche Nr. 15“
befasst sich mit den Nebenachsen, welche aus dem Raum Delsberg über
Gänsbrunnen nach Balsthal und Oensingen in Mittelland führen.
2a.
Sperre Tiergarten, Vermes
In der Felswand hoch über der Brücke entdeckt man die (nun ungetarnten) 4 Scharten des 1943/44 erbauten Infanteriewerks „Tiergarten“. Gute Stelle: beim noch auf 3 Seiten mit „Tarnmalerei geschmückten“ Sperrmaterialdepot (TBH) vor der nächsten Kurve.
Auf der Krete über dem Werkseingang befinden sich ausser dem Notausgang noch 2 Feldstellungen und 2 Solitäre.
Auf der Weiterfahrt lohnt sich
ein Besuch der Kirche von Vermes (1722
unter Einbezug einer früheren Kapelle erbaut) wo man 1962 bei Renovationen
gotische
Wandmalereien aus dem 15. Jh.
entdeckte.
Die gut erhaltene
Strassensperre ist zwischen Fluss und Felswand als (von Moos überzogene)
Blocksperre ausgeführt. In der Felswand erblickt man die 2 Scharten (nun ohne
Tarnung) des Werkes WEST.
Neben dem ASU/Unterstand A 1439 (N der Brücke von 1923) führt ein Pfad nach oben zum Eingang des Felswerks „Schanz OST“, A 1440. Auf dem Waldweg (S der Brücke von 1923) gelangt man zuerst zum Sperrmaterial-Depot (TBH) und nach Überquerung des Baches auf einem Metallsteg zum Pfad, der steil zum (verschlossenen) Eingang des Felswerks „Schanz WEST“, A 1441, hochführt. Der Eingang liegt noch auf Gemeindegebiet von Seehof / BE, das Innere des Werks und die Scharten jedoch auf Gebiet von Envelier / JU.
3. Sperre Gänsbrunnen Gänsbrunnen, auf französisch St-Joseph, liegt an der Sprachgrenze und kam 1569 durch Kauf von der Propstei Moutier-Grandval an Solothurn. Als Grenzstation zum Fürstbistum Basel und ab 1815 zum Kanton Bern war es eine wichtige Zollstation. 1939 bestand im Engnis lediglich eine Strassensperre an der Kantonsgrenze SO / BE neben dem Weissenstein-Eisenbahntunnel-Eingang, welche 1937 erbaut wurde. Die Grenzbrigade 3 erhielt für die rückwärtige Zone erst ab Aug. 1940 das Ter Regiment HÖLSTEIN (Ter Bat 168 + 172), welches vorerst zur Sperre der Schluchten von Court und Moutier eingesetzt wurde. Ab April 1941 übernahm das Regiment BIRS diese Aufgaben. Das Ter Rgt HÖLSTEIN
konzentrierte sich ab April 1941 auf die südlichen Schlucht-Eingänge und die
Sperre von Gänsbrunnen mit Front Gr.
Malsenberg – Graitery – Moron , sowie das Halten der Höhen von Weissenstein –
Montoz und Sperren der Übergänge ins Mittelland. Im Mai 1941 umbenannt in
Ter Rgt JURA bestand es neu aus
Ter Bat 168 + 178.
Verstärkt wurde das Rgt mit der HD Bewachungs-Kp 4 (BE) bzw. HD Bew Kp 3 (SO) ab
10.8.42 und den lokalen Ortswehren. Nach Aug. 1945 hiess die
Truppe im Raum nun Regiment 90 (Bat 168,
BE; Bat 178, SO). Von 1962-1995
bestand das Rgt 90 aus den
Bat 168 + 169 (BE). Es wurden
zahlreiche atomsichere Unterstände (ASU, KP und KuBu) gebaut, sowie die Sperren
und Verbindungen erneuert. Auch die Grenzbrigade 3 erhielt ein Netz von 12cm
Festungsminenwerfern. 2004
konnte der Kanton Solothurn fast alle Objekte von der Armee übernehmen;
seither werden sie vom Verein
Festungswerke Solothurner Jura betreut.
F78-03-14 Gare Ouest / Bahnhof West (oben),
A 1486,
R11-023; A 1486 Mg-Stand
Das Gegenwerk wurde nach 1946 verkauft und hat KEINE A-Nummer erhalten.
Im Dorf neben dem Steinbruch bilden die
spätgotische Kirche von 1627
und das Pfarrhaus von 1720 ein
schönes Ensemble und sind einen Besuch wert. Der
Gasthof St-Josef bietet
Rastmöglichkeit. Das Tanksäulen-Museum
ist 2011 nach Laupersdorf
umgezogen. (Energy-Park an der Hauptstrasse).
www.tanksaeulenmuseum.ch/ und
www.energypark.ch/ In einer Wiese an der Strasse zum Weissenstein steht der
Bunker A 1488
für eine 8,4cm Kanone auf Pivotrahmen mit Schussrichtung Klus.
Die zwei Stollen A 1489
und A 1490 oberhalb des Bunker Bahnhof West wurden erst
1944
gebaut.
R22 08-09-10 ; Unterkunfts-Stollen 1, ob Bunker Bahnhof West, mit 2 Eingängen. (Fotos: 2003)
4. Court – Binzberg – (Gänsbrunnen) Um eine rückseitige Umgehung der Sperre von Gänsbrunnen zu verhindern, musste die Verbindung Court-Gänsbrunnen verteidigt werden. Die damals nur im Talgrund verlaufende Strasse war nicht durchgehend; über den Binzberg selbst bestand nur ein Fahrweg.
Während der solothurnischen
Grenzbesetzung von 1789-1798 hatte der Posten auf
Tscharandiberg (Binzberg)
an der Grenze zum Fürstbistum Basel
(ab 1797 Grenze zu Frankreich) eine unterschiedlich starke Besatzung.
5. (Gänsbrunnen)
- Welschenrohr - Balsthal Mit dem Operationsbefehl Nr. 12 der Armee vom
17.7.1940 (Bezug der
Zentralraumstellung / Reduit) wurde die
Sperrung des Dünnerntals der 4.
Division übertragen. Schon am 1.10.1940
(Bf Kdo 4. Div) wurde die „Sperre Hammer“
Teil der neuen „Kampfgruppe Süd“,
welche das Sperren des Dünnerntals und der Klusen von Balsthal,
mit Front N und S. als Auftrag hatte. Am 1.5.1941 erfolgte der Vertrag für den Bau des Felswerks Hinter Hammer mit der Baufirma Renfer & Wetterwald, Dornach, zum Preis von Fr. 41'377.
Gemäss Operationsbefehl Nr. 13 vom 25.5.1941 wurde
die 4. Division im Sommer 1941
ins Reduit (vorerst Napf-Gebiet) verschoben – und die
Grenzbrigade 4 musste ihren Raum
übernehmen und sich neu auf eine
Verteidigung der Achsen in die Tiefe einrichten. Am 5.12.1941 wurden die Bauarbeiten für Geschützstand mit Eingangsstollen & Unterkunftsraum mit Fr. 47'644 abgerechnet.
Die Karte der Stellungsbauten der Gz Br 4 vom 15.4.1942 weist das Felswerk zwar mit 1 Kanone 7,5cm + 1 Mg (gemäss Projekt) aus, gemäss Auflistung im Befehl Gz Br 4 vom 15.7.1941 sollte das Werk 1 Ik 4,7cm + 1 Mg erhalten. Auffallend ist, dass in der Übergabeliste von Festungswerken an die FW Kp 4 für die Zeit vom 1.1.-31.3.1945 als Punkt 1 (von 48 Werken) der Standort Hinterhammer, Reg. Nr. KD 4, figuriert – und zwar mit 1 Feldkanone 7,5cm + 1 Mg ! Nach 1945 war gemäss Aussage von FWK-Angehörigen permanent
eine Infanteriekanone im Werk vorhanden. (Kein Betonsockel, mobil)
Noch ein Blick zurück:
Der Hammerrain wurde bereits während der
solothurnischen Grenzbesetzung von 1789-1798 (vor dem Franzoseneinfall)
im Bericht über die Besichtigung der Grenze zum Fürstbistum Basel
zwischen Mieschegg und Gänsbrunnen am 13. Oktober 1792 erwähnt: (Borrer, Paul; General Altermatt und die SO Grenzbesetzung von 1789-1798 ; SO 1937; Seite 7.)
Quellen und Literatur :
Markus Meier, Arlesheim,
danke ich für die Benützung seiner Skizzen, Fotos, Unterlagen und mündlichen
Informationen zu den in „Spurensuche 15“ beschriebenen Festungswerken.
Summary:
Discovery tour 15 starts at Viques
near Delémont and shows the road block fortifications in the romantic and
impressive canyons of Thiergarten and
Rossmatte. The main strong point is at Gaensbrunnen where the
railroad tunnel of Weissenstein connects it since 1908 with Soleure. Binzberg
is on top of a small mountain pass leading to Court (tour 14). A road block at
Hinter Hammer near Welschenrohr covered the Thal valley. The fortifications of Gaensbrunnen are now maintained by an association which offers visits on special days or for groups. For details see: www.fw-so.ch/
Spurensuche / Discovery tour Nr. 14Sperren in den Jura-Schluchten von Moutier
und Court
|
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
1a |
Choindez |
Choindez N |
FW |
A 1443 |
1 Mg; ob SBB;
FT. |
v |
595'240:241’650 |
|
2a |
Vellerat (JU) |
Vellerat |
FW |
A 1445 |
1 Mg + Beob
(1944 mit |
v |
595'000:241’750 |
|
3a |
Moutier |
Pont de Penne |
Bkr |
A 1446 |
1 PzBK 24mm
(Mg) |
v |
595'570:237'900 |
Abkürzungen:
AW = Artilleriewerk; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; FW = Felswerk; Ik = 4,7cm
Infanterie-Kanone;
Kan. = 8,4cm Kanone, Mg = Maschinengewehr; Pak = 9cm Panzerabwehr-Kanone;
PzBK = Panzer-Bunkerkanone 24mm; SBB = Eisenbahn; Str. = Strasse; Unst =
Unterstand (ASU = atomsicherer Unst) .
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST =
Stall-/Scheunen-Tarnung; INS = Gedenktafel, Denkmal
SPALTE „IST“ : a = abgebrochen; e = eingemottet; sp = Spuren; v = vorhanden.

R 89 002 (2005)
Gorges de Moutier / Pont de Penne / Bunker ob Strassensperre
Zwischen Choindez und Moutier gab es zudem Sprengobjekte, die inzwischen aufgehoben sind, ebenso wie die Strassenbarrikaden vor und in Moutier. Einige der Befestigungen der Gorges de Court liegen zudem auf Gemeindegebiet von Moutier, südlich der Ortschaft. (siehe nachstehende Tabelle)
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
4a |
Moutier |
Gorges de |
FW |
A 1494 |
1 PzBK 24mm
(Mg) |
v |
593'350:234’670 |

R 272 023a Neben dem Werkseingang führen Leitern
hoch zum Unterstand

R 270 020a - Felswerk Nord R
270 019a - Felswerk Nord
Detail der Schartentarnung Scharte, davor (ob Birs) Reste der
Strassensperre

R 11 029 (2003) - Felswerk Nord
R11 028 (2003) - Felswerk Nord
Scharte links für Beobachter; daneben anschliessend Scharte rechts für 24mm
PzBK; später Mg

R 272 012a
R 272 013a (2011)
Bunker Nord für 8,4cm Kanone,
später 9cm Pak, mit imposanter und gut erhaltener Felstarnung
R 24 029 (2003)
Die Tafel an der Felswand, ca. 100 Meter S des Felswerks,
erinnert an den Bau und die Eröffnung der
Schluchtstrasse im Jahr 1752 durch den Fürstbischof von Basel, Joseph
Wilhelm Rinck von Baldenstein.
In seiner Amtszeit von 1744-1762 erfolgten zahlreiche Reformen. Ebenso
anerkannte der Bischof im Vertrag von Biel 1758 die Burgrechte Berns -
und Bern die Hoheit des Bischofs als Landesherr des Südjuras. In
Arlesheim/BL begann die Erweiterung des Doms.
Der südliche Ausgang der Schlucht von Court hat folgende Befestigungen:
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
5a |
Court |
Gorges
de |
Bkr |
A 1497 |
8,4cm
Kan.(9cm Pak) |
v |
592’740:233’420 |
R 24 025 (2003)
(Foto IMG 4875 - Daniel Fluri)
Bunker A 1497 (Eingang + Scharten) für 8,4cm Kanone (später
9cm Pak)
(Foto IMG 4910 - Daniel Fluri)
Felswerk A 1498 -
Scharten
Unter www.festung-oberland.ch findet man 2 Fotoreportagen über die Befestigungen in den Schluchten von Court und Moutier (unter: „Anlagen Schweiz – BE – Sperren – Gorges de Court Süd bzw. Nord“, von wo das obige Foto stammt.
Bezüglich Details der eingesetzten Waffen
empfehle ich, auf obiger Site nachzulesen unter „Waffen“ die illustrierten
Ausführungen über
– Maschinenwaffen
(Maschinengewehr & 24mm Pak/Bunkerkanone),
- Lafetten (Festungslafetten)
- Scharten/Panzerungen (eine
Vielzahl von Typen! )
Generell wurden bei allen Grenzbrigaden
nach 1945 die im Aktivdienst
erstellten Befestigungswerke zum Teil aufgegeben oder nur noch als Unterstände
vorgesehen, zum Teil modernisiert.
Ab 1947 wurden die 8,4cm Krupp-Feldkanonen, Modell 1879, bzw. 1881/93, endgültig
verschrottet.
(Gz Br 3 = 2 ex Court, 2 ex Binzberg, 2 ex Gänsbrunnen, 3 ex Les Rangiers /
Montgremay)
Später wurden auch die 24mm PzBK, die 4,7cm Ik und die 7,5cm Kanonen in den
wichtigsten Anlagen ersetzt
durch 9cm Pak 50/57; die Mg 11
durch Mg 51.
Nach 1978 erhielt auch die Gz Br 3 mit den 12cm
Zwillings-Festungsminenwerfern in Monoblock-Anlagen ein weiteres, sehr
effektives Verteidigungsinstrument. Auch die Bereiche der Schluchten von Moutier
und Court sind/waren damit abgedeckt ....
Literatur :
|
Autor |
Titel |
|
Burgener, Louis |
Le service
actif de la br fr 3 / 1939-45 / Aktivdienst der Gz Br 3 ; |
|
Fink, Urban / |
Solothurner
Artillerie (Beitrag 8,4cm & 7,5cm Feldkanonen, S. 84-97) |
|
Grunenwald / de Weck / Roten / Stauffer |
Die
Grenzbrigade 3 (1938-1994); |
|
Keller, Arnold |
Géographie
militaire de la Suisse 1907, Secteur Jura bernois; (*) |
|
Keller / Lovisa |
Militärische
Denkmäler in den Kantonen Neuenburg & Jura; |
|
Keller /
Lovisa / |
Militärische
Denkmäler in den Kantonen Bern & Freiburg; |
| Lüem, Walter |
Die Grenzbrigade 3 im Zweiten
Weltkrieg, Teil II; GMS-Reisedokumentation; GMS Wettingen, 2003, 54 Seiten (mit ausführlichen Skizzen von Markus Meier) |
|
de Weck, Hervé |
Fortification
de la position-clé des Rangiers (1870-1995); (*) |
(*) Erhältlich bei OG Jura / SJO: http://www.militariahelvetica.ch/sjo/publications.htm
Markus Meier, Arlesheim,
danke ich für die Benützung seiner Skizzen, Unterlagen und mündlichen
Informationen zu den in „Spurensuche 14“ beschriebenen Festungswerken.
Daniel Fluri danke ich für die Benützung von 2 Fotos.
Summary:
The article describes a Tour to Swiss
Fortifications in the canyons of the
Upper Birs river in the Jura Mountains,
built in 1939/40 and 1944 during WW2. Some of these fortifications were upgraded
during the “Cold War” and used up to 1994 when the “Army ‘95” was implemented.
Feb. 2011
![]()
Nummer 13 als „Glücksbringer“ berichtet über einige Entdeckungen im Raum der „Fortifikation Hauenstein“.
| Bei einer Tour am Chilchzimmersattel lernte ich Luciano und Daniela Colombi kennen, welche mich gleich noch zum Maschinenhaus der Scheinwerferstellung „Schattenberg“ mitnahmen. Ihre Informationen werden ins Kapitel „Scheinwerferstellungen der FH“ einfliessen. Besten Dank. | |
| Mehrfach bestätigt wurde die frühere Existenz der beiden 8,4cm Bataillonsgeschütze am Chilchzimmersattel – und ihren Standort „in der (damaligen) Wiese am Weg zum „Spitzenflüeli“, W der Tanksperre aus dem Aktivdienst. |
R198-05a
R198-14a
Das letzte
Bild, vor der Scharte aufgenommen, bestätigt Fuhrer’s Angaben
auf Seite
659: „Schussrichtung/Wirkungsbereich = Hinderniszone N Stammburg“.
Noch bleibt in der „Fortifikation Hauenstein“ vieles zu klären und zu entdecken.
Summary: various discovery tours in the area of the „Hauenstein Fortification“ of WW1 brought additional information – also the real location and todays status of the bunker Nr. 19 for 8.4cm gun could be found. It is the only known construction of that type in the FH-area.
15.4.2008
![]()
Für die letzte Spurensuche-Tour zu Befestigungen auf Achsen, welche über die Solothurner Jurahöhen ins Mittelland führen, begeben wir uns ins Fricktal – Ausgangspunkt ist Frick.
Von 1386 bis 1799 gehörte das Fricktal zu Vorderösterreich (Breisgau). Nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen wurde es 1802 als „Kanton Fricktal“ in die Helvetische Republik eingegliedert und 1803 an den Aargau angeschlossen. (An die einjährige Dauer des „Kantons Fricktal“ wurde 2002 im Fricktal mit diversen Feiern erinnert.)
1939/40 war die 3. Division (Berner Truppen) im Fricktal eingesetzt und baute den Kessel von Frick massiv aus. (Nachbarn waren damals: rechts 5. Div, links 4. Div)
Unsere Spurensuche-Tour beginnt am SW-Rand von Frick bei der Sperre von Oberfrick mit den beiden bereits 1938 gebauten Bunkern, die heute zugewachsen sind.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
1a |
Oberfrick * |
Chrummacher |
Bkr |
4516 |
Inf Bkr, Ik/Mg/Beob |
v |
641’900:259’870 |
*) heute auf
Wittnauer Gebiet, da Grenzänderung nach 1988
- Die Liste der verwendeten Abkürzungen finden Sie am
Anfang von „Spurensuche Nr. 11“
Bei der Weiterfahrt nach Wittnau ist zwar von der Strassensperre am S-Dorfausgang nichts mehr zu sehen – jedoch lohnt sich ein Abstecher auf den Altenberg zur Stellung der F’Art Bttr 22 (F’Art Abt 8 / 3. Div). Die 4 Stände für 7,5cm F’Kan. waren unterirdisch verbunden.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
2 |
Wittnau |
Altenberg |
Bkr |
4518 |
Art Beob, mit UG |
v |
641’250:258’720 |
|
2a |
Wölflinswil |
Bächlimatt |
Bkr |
4519a |
Art Bkr |
v |
641'030:257’225 |
Wer nach dem Abstieg nach Wölflinswil noch weiter bis zum Bänkerjoch fahren möchte, kann auch die folgenden Objekte besuchen:
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
2f |
Oberhof |
Asp / Oberhof |
GPH |
--- |
Pz Mauer |
v |
talquerend |
|
2k |
Oberhof |
Benken-Eich |
Bkr |
4535 |
8,4cm Art Bkr/Pak |
v |
644'450:234’600 |
Zurück in
Wittnau (nach diesen
Abstechern) wäre dort ein weiterer Abstecher sehr zu empfehlen:
Besuch der vielfältigen Artilleriestellungen im Raum Limperg-Buschberg
und der Artillerie–Beobachtungswerke zwischen Wegenstetter Fluh und
Tiersteinberg.
(Diese rund 50 Objekte werden demnächst als separater
Artikel Nr. 11A aufgeführt.)
Sonst gelangt man schon nach kurzer Fahrt
zur Sperre von Rätschtel. Ein Halt ist lohnend, denn sie besteht aus
einer talquerenden (2006 eingeebneten) Panzermauer, welche sich beidseitig im
Wald fortsetzt, sowie einer Bachsperre – und 2 beachtlichen Bunkern.
Bei der Brücke über den Bruggbach markiert ein Stein die Kantonsgrenze BL/SO.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
3a |
Wittnau |
Rätschtel E |
Bkr |
4520 |
Inf Bkr,
Pak/Mg |
v |
640’050:256’980 |
Einen Kilometer nach der Sperre von
Rätschtel (bei Pt. 478) betreten wir die Solothurner (Fast-) Enklave
Kienberg, die mit dem übrigen Kantonsgebiet nur auf einer Breite
von 100 Metern (W Klinik Barmelweid) verbunden ist. Die 8,5 km2 grosse
Gemeinde mit heute 500 Einwohnern kam 1523 durch Kauf an
Solothurn und gehört zum Bezirk Gösgen.
Die frühbarocke Saalkirche von 1627/35 enthält 3 klassizistische Stuckaltäre von
1777. Neben den Burgruinen von Heidegg und Alt-Kienberg sind typische
Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erwähnenswert.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
4a |
Kienberg |
Steinbruch |
Schild |
4543 |
für 7,5cm
F’Kan. |
v |
640'320:253’940 |
Artilleriebunker Schürmatt E
Skizze A 4542 von Markus Meier
Die beiden Bunker von Schürmatt wurden erst
nach Herbst 1940 durch Baufirmen für die 5. Div gebaut.
(Armee Op Bf Nr. 12 vom 17.7.40 befahl die Verschiebung der 3. Div ins Reduit.
Die 5. Div übernahm daher zusätzlich deren Raum mit dem Auftrag „durch in die
Tiefe gestaffelte Sperren der Achsen“ einen Vorstoss über die Jurapässe ins
Mittelland zu verhindern.)
Beim Bunker auf der Salhöhe lohnt sich zudem ein Blick auf den alten Grenzstein mit Solothurner und Berner Wappen – also aus der Zeit vor Gründung des Kantons Aargau anno 1803.
Von der Salhöhe geht es steil bergab in Richtung Aaretal.
|
|
|||||||
| Nr. | Gemeinde | Bezeichnung | Typ | A-Nr. | Beschreibung | IST | Koordinaten |
|
5a |
Erlinsbach |
Salhöhe |
Bkr |
4540 |
ex Schild,24mm
BK |
v |
641'480:253’210 |
Bunker
Breitmis, darunter GPH + Str Bar
Nach dem Engnis von Breitmis gelangen wir zu den drei Gemeinden mit „Erlinsbach“ im Namen (2xSO + 1xAG) – sind im Mittelland und damit am Ende dieser Tour angelangt.
Literatur:
|
Autor |
Titel |
|
Hohl, Dieter |
50 Jahre
Grenzbrigade 4 (1939-1989); |
|
Keller,
Silvio / Lovisa, Maurice / |
Militärische
Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel; |
|
Keller,
Silvio / Lovisa, Maurice / |
Militärische
Denkmäler im Kanton Aargau; |
|
Lüem, Walter |
Die Grenzbrigade 4
im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West; |
|
Lüem, Walter |
3. Div im Fricktal
(1939/40) – Einsatz verst. 3. Div in der Armee- |
|
Ritschard, Paul |
Die Berner Division (3.
Div) 1876-1985; |
|
Schaffhauser, Hans Ruedi |
„Ausverkauf der
militärischen Heimat“; in |
|
Zwicky, Peter |
„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten |
Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche“ beschriebenen Festungswerke. Ohne seine jahrelange Vorarbeit im Gelände und am Schreibtisch wären diese „Spurensuche-Artikel“ nicht möglich geworden.
Mit dem Surensuche-Bericht Nr. 12 ist die Reihe über „Befestigungen an Jura-Übergängen auf oder mit Solothurner Gebiet“ abgeschlossen. Ich hoffe, dass Sie im Gelände – oder zumindest virtuell – einige interessante Routen und Regionen entdecken konnten.
Summary:
The article describes a tour to fortifications built at the begin of WW2 in a
section of the Jura mountain chain. Mainly constructed by the 4th
Infantry Division in 1939/40, they were finally taken over by the 4th
Border Brigade in 1941.
During the “Cold War” period, some fortifications were updated (new machine
guns, 9cm antitank-guns), new shelters (ASU) and fortress mortars (12cm Fest Mw)
were added, but other constructions just got a minimum maintenance or were
abandoned.
”Discovery tour Nr. 12” marks the end of that
serial about the fortifications in the Jura mountain chain – with elements on
the territory of the Canton of Soleure.
23. Okt. 2007
![]()
Spurensuche /
Discovery tour Nr. 11
Ausgangspunkt ist wieder Sissach/BL an der Autobahn A2, wie in Tour # 08, # 09 und #10.
Nach dem Tunnel der neuen Ortsumfahrung von Sissach
fährt man der Ergolz entlang aufwärts bis Rothenfluh. Am Dorfeingang
sieht man die das Tal querende Panzermauer; die beiden flankierenden Bunker
liegen oberhalb und etwas zurückversetzt.
An der alten Landstrasse erinnert ein hübscher Brunnen mit Basellandschäftler
Wappen und einer Inschrift „1940, [Füs Kp] I/138“ an die Erbauer der Panzermauer
– unter Leitung der Sappeur Kp III/23, deren Inschrift an der Mauer: „Mot
Sap III/23,1940“ bei der Verbreiterung der Kantonsstrasse 1996 verschwunden ist.

Tankmauer bei
Alter Landstr., Richtung A 3501
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
- |
Ormalingen |
Brühl |
Unst |
3500 |
Zentrale, Art Rgt 4 |
v |
633'860:257’770 |
|
1a |
Rothenfluh / BL |
Rothenfluh
N |
Bkr |
3501 |
Inf Bkr (Ik/Mg) |
v |
635'585:257’200 |
Abkürzungen:
Art = Artillerie; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; F’Kan. = Feldkanone; GPH =
Gelände-Panzerhindernis; Ik = 4,7cm Infanterie-Kanone; Mg = Maschinengewehr; Pak
= 9cm Panzerabwehr-Kanone; Stel = Stellung; Tkb = Tankbüchse/24mm Bkr Kan.; Unst
= Unterstand.
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST =
Stall-/Scheunen-Tarnung; INS = Gedenktafel, Denkmal
SPALTE „IST“ : a = abgebrochen; sp = Spuren; v = vorhanden.
2 km SE von Rothenfluh befindet sich in der Ergolz das grosse Biotop Thalwiesen, zu dem die Amphibien über grossräumig verlegte Plastikröhren und Strassenunterquerungen gelangen können.
In der folgenden Ortschaft Oltingen sollte man sich einen Blick auf das Haus an der Schafmattstrasse Nr. 68 mit dem Wandbild einer 7,5cm Feldkanone gönnen, welches an die Feldbatterie 36 im Aktivdienst 1939/40 erinnert.
SE von Oltingen gelangt man auf der Schafmattstrasse – nach
Passieren der abgebrochenen, einst 527m langen Schienensperre am Waldeingang –
zur zweiten Sperre von Winterhalden.
Sehenswert ist die Bachsperre mit interessanter Treppenkonstruktion und Spuren
einbetonierter Schienen. Gegenüber befindet sich ob der Strasse ein Gedenkstein
„HD.STR.UH.DET.BE 1 - ANNO 1943“ zur Erinnerung an die Männer des Berner
Hilfsdienst-Strassen-Unterhalts-Detachementes 1. Bequem erreichbar ist der
Schild (A 3537) für eine 7,5cm Feldkanone zwischen Strasse und Waldweg.
Bachsperre + Ik-Schild Bunker
A 3536
Im Steilhang oberhalb der Bachsperre steht – mühsam erreichbar – der kleine Bunker (A 3536) mit seiner speziellen Beobachtungskuppel. Er besteht aus einem senkrecht einbetonierten Stahltank mit ausgeschnittener Scharte und eingesetzter Türe. Oben auf dem Stahltank befindet sich ein kleines Lüftungstürmchen.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
2a |
Oltingen /
|
Büel |
Bar |
--- |
Schienen |
a |
637'775:253’230 |
Weiter in Richtung SE gelangt man problemlos zur SCHAFMATT und überquert unterhalb der Geissfluh die Kantonsgrenze BL/SO – auch ein schöner Aussichtspunkt – bei Balmis.
Ab hier geht’s abwärts Richtung Aaretal und nach dem Weiler
Rohr erreicht man bald das Engnis von Blauenstein. Von der ursprünglichen
Sperre mit einem Ik-Schild – später zum Bunker umgebaut – und einer Bach- und
Strassensperre sind der Bunker und Teile der Bachsperre erhalten.
(Altes Foto: siehe ADAB-Heft „Mil. Denkmäler Kt.
SO, Seite 47, links Mitte. Info von Markus Meier.)
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
3a |
Stüsslingen |
Blauenstein |
Bkr |
3538 |
Ik (2 Scharten) und
Beobachter/Lmg |
v |
639'730:249’840 |
Ab Stüsslingen bietet sich Gelegenheit, entweder über den Unteren Hauenstein oder über Erlinsbach – Salhöchi – Kienberg zum Ausgangspunkt der Tour zurückzukehren.
(Die Sperren von Oberfrick – Rätschtel – Kienberg – Salhöchi – Breitmis, sowie die Artilleriestellungen von Limperg/Wittnau [A2937-2950] werden in einem nächsten Spurensuche-Artikel behandelt.)
Literatur:
|
Autor |
Titel |
|
Hohl, Dieter |
50 Jahre
Grenzbrigade 4 (1939-1989); |
|
Keller,
Silvio / Lovisa, Maurice / |
Militärische
Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel; |
|
Keller,
Silvio / Lovisa, Maurice / |
Militärische
Denkmäler im Kanton Aargau; |
|
Lüem, Walter |
Die Grenzbrigade 4
im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West; |
|
Schaffhauser, Hans Ruedi |
„Ausverkauf der
militärischen Heimat“; in |
|
Schaffhauser, Hans Ruedi |
„Die Fortifikation
Hauenstein“, in |
|
Zwicky, Peter |
„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten |
Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche 11“ beschriebenen Festungswerke.
2. Okt. 2007
Summary:
The article describes a tour to fortifications built at the begin of WW2 in a
section of the Jura mountain chain. Constructed by the 4th
Infantry Division in 1939/40, they were finally taken over by the 4th
Border Brigade in 1941.
During the “Cold War” period, some fortifications were updated (new machine
guns, 9cm antitank-guns), new shelters (ASU) and fortress mortars (12cm Fest Mw)
were added, but other constructions just got a minimum maintenance or were
abandoned.
![]()
Ausgangspunkt ist wieder Sissach/BL an der Autobahn
A2, wie in Tour # 08 und # 09.
Diesmal folgen wir dem Tal des Eibaches nach Süden – durch den Artillerieraum
der 4. Div in der ehemaligen Armeestellung 1939-41.
Nach dem Tunnel der neuen Ortsumfahrung von Sissach fährt man zuerst noch im Ergolztal nach Ormalingen. Am E Dorfausgang liegt bei Pt. 433 die Abzweigung zu den Höfen Wintersrain/Weierhof. Wenn man das Auto am kleinen Weiher (Tal), S des Weierhofs, parkiert, geniesst man einen schönen Waldspaziergang zu den folgenden Stellungen der F Art Abt 10. Zwar sind die meisten Scharten zugemauert, viele Bunker zugeschüttet – ausser bei A 3508 und A 3511, die auch begehbar sind..
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
1a |
Ormalingen |
Weierhof S |
Unst |
3503 |
Im Wald, ob
Str. |
v |
634’020:256’560 |
|
2a |
Gelterkinden |
Ärntholden 1 |
Bkr |
3508 |
Art Bkr
7,5cm |
v |
633'220:256’470 |
Abkürzungen: Art = Artillerie; AW =
Artilleriewerk; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; Div = Division; F’Kan. =
Feldkanone; GPH = Gelände-Panzerhindernis; Ik = 4,7cm Infanterie-Kanone; M =
Mitte; Mg = Maschinengewehr; Pak = 9cm Panzerabwehr-Kanone; SBB = Eisenbahn;
Str. = Strasse; Tkb = Tankbüchse/24mm Bkr Kan.; Unst = Unterstand.
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST =
Stall-/Scheunen-Tarnung; INS = Gedenktafel, Denkmal
SPALTE „IST“ : a = abgebrochen; sp = Spuren; v = vorhanden.
Rückseite Bkr A 3511 Scharte A 3511
Anschliessend fährt man zurück nach Gelterkinden, wo sich SE des Schwimmbades am Fitness-Parcours die nächste Art Stel befindet. Auch hier sind die Scharten zugemauert und die Objekte meist überdeckt.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
3a |
Gelterkinden |
Wolfsteigen
1, S |
Bkr |
3513 |
Art Bkr
7,5cm |
v |
632’700:256’230 |
Knapp einen Kilometer weiter SE gelangen wir dann an
Sperre von Tecknau, einst besonders wichtig wegen des Nordportals des
(„neuen“) Hauenstein-Eisenbahntunnels.
Die das Tal querenden Panzermauer (mit Tarnbemalung), sowie eine Gedenktafel von
den Erbauern „1940 - Mot Sap Kp III/23“ und die beiden Bunker von 1940 sind
erhalten.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
4a |
Tecknau |
Tecknau E |
Bkr |
3520 |
Ik/Pak, Beob, Mg |
v |
633'900:255’460 |
|
4f |
Wenslingen |
Batterie
Scherz / |
AW |
3535 |
In Felswand für 3 F'Kan.
7,5cm; erbaut März-Juni 1940. |
v |
Nur mit ortskundigem Führer besuchen! |
Scharten G1 + G2 von A 3535 (Foto: Markus
Meier)
Auf der Höhe von Rünenberg/Kilchberg können wir anschliessend gleich zwei imposante Art Stel entdecken, welche für die Schwere Motorkanonen Abteilung 4 mit ihren 10,5cm Kanonen erbaut wurden. Speziell ist der zusätzliche Schartenschutz mittels Baumstämmen – wie das von Oberst Engeli im Sommer 1940 aufgenommene Foto (Privatarchiv Max Rudolf) zeigt. Spuren der Eisen sind teils noch zu sehen.

Baumstämme als Schartenschutz Markus Meier am Denkmal
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
5a |
Rünenberg |
Steinholz E
Steinholz M-E |
Bkr |
3522 |
Art Bkr
10,5cm |
v |
632'820:254’430 |
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
6a |
Kilchberg |
Chilchstüdeli
E |
Bkr |
3529 |
Art Bkr
10,5cm |
v |
634'500:253’440 |
Hinweis: Die Objekte A 3501-02 und 3536-38 werden in einem nächsten „Spurensuche“-Artikel besprochen.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
6a |
Zeglingen |
Wolfacker |
Schild |
3539 |
für 7,5cm Kan. |
v |
636'100:251’860 |
Die beiden Schilde E und SE des Dorfes von Zeglingen wurden zur Sperre der Umgehungsmöglichkeiten über Bergmatten/Schafmatt durch die 5. Div. betoniert.
Wenn wir von Zeglingen in Richtung Wisen weiterfahren, passieren wir nach knapp 2km die Kantonsgrenze und befinden uns im vorderen Bereich der Fortifikation Hauenstein aus dem 1. Weltkrieg. Die ausgedehnten Befestigungen am Wisenberg/Bad Ramsach laden zu einer weiteren Tour ein.
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
7a |
Wisen |
Zwillmatt |
Schild |
3541 |
für 7,5cm Kan. |
a |
634'530:249’930 |
Der Schild im Steinbruch von Zwillmatt ist verschwunden;
weitere Spuren erinnern jedoch an dieses „Einfallstor“ zur Passhöhe des „Unter
Hauenstein“.
Hinweis:
die Achse des „Unter Hauenstein“ ist in „Spurensuche # 9“ beschrieben.
Literatur:
|
Autor |
Titel |
|
Hohl, Dieter |
50 Jahre
Grenzbrigade 4 (1939-1989); |
|
Keller /
Lovisa / |
Militärische
Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel; |
|
Lüem, Walter |
Die Grenzbrigade 4
im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West; |
|
Schaffhauser, H. R. |
„Artillerie-Kaverne
Wenslingen im 2. Weltkrieg“ in |
|
Schaffhauser, H. R. |
„Ausverkauf der
militärischen Heimat“; in |
|
Schaffhauser, H. R. |
„Die Fortifikation
Hauenstein“, in |
|
Zwicky, Peter |
„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten |
Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche 10“ beschriebenen Festungswerke
Summary: The article describes a Tour to Swiss Fortifications and artillery positions in the Jura Mountains, built 1939/40 at the begin of WW2 . Some of these fortifications were upgraded during the “Cold War” and used up to 1994 when the “Army ‘95” was implemented.
30. Juli 2007 / Koordinaten-Korrektur: A 3539/3540 - 27.1.2009
![]()
Ausgangspunkt ist Sissach an der Autobahn A2, wie in Tour # 08. Diesmal fahren wir durch das Homburgertal auf der Strasse des Unteren Hauenstein-Passes nach Süden.
[Nördlich von Sissach gibt es zahlreiche Bauten der „Armeestellung“ von 1939/40 zu sehen, welche sich von Frick her kommend über Wischberg – Farnsburg – Buuseregg – Sissacher Flue bis E von Liestal (Bad Schauenburg) hinzieht.]
|
Nr. |
Gemeinde |
Bezeichnung |
Typ |
A-Nr. |
Beschreibung |
IST |
Koordinaten |
|
1a |
Diepflingen |
Diepflingen E |
Bkr |
3542 |
Ik/Pak + Mg |
v |
630’560:254’910 |
|
2a |
Rümlingen/BL |
Tschattnau E |
Bkr |
3544 |
Ik/Pak + Mg |
v |
631'060:253’675 |
|
3a |
Läufelfingen |
Läufelfingen E |
Bkr |