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Spurensuche - Discovery tours

Inhalt dieser Seite / Index of this page:

bulletKarte der Routen von Spurensuche Nr. 8 - 12
bulletNr. 13 - Spurensuche in "Fortifikation Hauenstein" / discovery "FH"
bulletNr. 12 - Von Frick über Kienberg-Salhöhe nach Erlinsbach / Frick - Salhöhe road
bulletNr. 11 - Von Rothenfluh nach Stüsslingen / Between Eibach and Aare valley  
bulletNr. 10 - Im Eital, von Gelterkinden nach Wisen / Eibach valley    
bulletNr. 9 - Unterer Hauenstein / Lower Hauenstein pass road      

   Karte Spurensuche-Artikel #  8-12: Anklicken zum Vergrössern!

bulletFrühere Artikel auf separater Seite / previous articles on separate pages:
 
   Titel / title  Datum / published
 Spuren 5-8  Nr. 8 Sperren im Diegtertal / Road blocks & bunkers south of Liestal  März 2007
 Spuren 5-8  Nr. 7 Sperren zwischen Bubendorf und Meltingen / Bunkers between Liestal and Laufen  Aug. 2006
 Spuren 5-8  Nr. 6 Passwang-Sperren / Passwang pass road blocks  März 2005 / Jan. 2007
 Spuren 5-8  Nr. 5 Fortifikation Hauenstein II - Beobachtungsposten "Lauchweid" / observation post  Juli 2003
 Spuren 1-4  Nr. 4 Sperren der Magadino-Ebene (TI) - Magadino fortifications  Juni 2003
 Spuren 1-4  Nr. 3 Befestigungen am Scheltenpass / Fortifications Col de la Scheulte  July 2003 / Dec. 2006
 spuren_1-4.htm  Nr. 2 Oberer Hauenstein-Pass - Upper Hauenstein pass road  Januar 2003 / July 2006
spuren_1-4.htm  Nr. 1 Fortifikation Hauenstein I (Kappel-SO) - WW1 Fortification Hauenstein I (Kappel)  Mai 2003

 

Spurensuche in „Fortifikation Hauenstein“ / Discovery Nr. 13

Nummer 13 als „Glücksbringer“ berichtet über einige Entdeckungen im Raum der „Fortifikation Hauenstein“.

bulletDie Kameraden Daniel Fluri und Hanspeter Schwitter/Werner Imhof unterrichteten mich fast gleichzeitig über ihren Besuch der schwer zugänglichen „Gallerie Schattenbergwand“. Darauf wird im Kapitel „Gewehrgalerien der FH“ näher eingegangen werden. Vorerst herzlichen Dank für die Hinweise und Fotos.

 „Gallerie Schattenbergwand“ Foto: D. Fluri 

 

bulletBei einer Tour am Chilchzimmersattel lernte ich Luciano und Daniela Colombi kennen, welche mich gleich noch zum Maschinenhaus der Scheinwerferstellung „Schattenberg“ mitnahmen. Ihre Informationen werden ins Kapitel „Scheinwerferstellungen der FH“ einfliessen. Besten Dank.
bulletMehrfach bestätigt wurde die frühere Existenz der beiden 8,4cm Bataillonsgeschütze am Chilchzimmersattel – und ihren Standort „in der (damaligen) Wiese am Weg zum „Spitzenflüeli“, W der Tanksperre aus dem Aktivdienst.

 

bulletAm 13.4.2008 konnte ich schliesslich noch den richtigen Standort des 8,4cm Bataillonsgeschützes Nr. 19 finden, welcher in allen bisherigen Karten/Skizzen falsch eingetragen ist. (Koord. 628'355 / 248'025 ist meine Messung.)
Der Zugang im Steilhang oberhalb der Autobahn-Einfahrt verlangt Trittsicherheit.
 R198-15a                          R198-02a

Es handelt sich um ein Unikat: Eingang und 3 Seiten in Beton, aber oben mit Balkendecke und Stein-Überdeckung. Es ist das einzige erhaltene Objekt in der FH mit einer Balkendecke statt Betondecke. Allerdings ist diese Decke einsturzgefährdet – wie der herabgestürzte Balken (mit Auflagekerbe) im Foto zeigt.

             R198-05a                          R198-14a
            Das letzte Bild, vor der Scharte aufgenommen, bestätigt Fuhrer’s Angaben
            auf Seite 659: „Schussrichtung/Wirkungsbereich = Hinderniszone N Stammburg“.

Noch bleibt in der „Fortifikation Hauenstein“ vieles zu klären und zu entdecken.

 

Summary: various discovery tours in the area of the „Hauenstein Fortification“ of WW1 brought additional information – also the real location and todays status of the bunker Nr. 19 for 8.4cm gun could be found. It is the only known construction of that type in the FH-area.

15.4.2008

 

 

Spurensuche / Discovery tour Nr. 12

Von Frick über Kienberg - Salhöchi nach Erlinsbach /
Fortifications between the rivers Sisseln and Aare

Für die letzte Spurensuche-Tour zu Befestigungen auf Achsen, welche über die Solothurner Jurahöhen ins Mittelland führen, begeben wir uns ins Fricktal – Ausgangspunkt ist Frick.

Von 1386 bis 1799 gehörte das Fricktal zu Vorderösterreich (Breisgau). Nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen wurde es 1802 als „Kanton Fricktal“ in die Helvetische Republik eingegliedert und 1803 an den Aargau angeschlossen. (An die einjährige Dauer des „Kantons Fricktal“ wurde 2002 im Fricktal mit diversen Feiern erinnert.)

1939/40 war die 3. Division (Berner Truppen) im Fricktal eingesetzt und baute den Kessel von Frick massiv aus. (Nachbarn waren damals: rechts 5. Div, links 4. Div)

Unsere Spurensuche-Tour beginnt am SW-Rand von Frick bei der Sperre von Oberfrick mit den beiden bereits 1938 gebauten Bunkern, die heute zugewachsen sind.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

1a
1b
1c

Oberfrick *
Wittnau (AG)

Chrummacher
Schneggenberg

Bkr
Bkr
GPH

4516
4517
---

Inf Bkr, Ik/Mg/Beob
Inf Bkr, Mg
Drahtsperre, 1938

v
v
a

641’900:259’870
641’630259’980
talquerend

*) heute auf Wittnauer Gebiet, da Grenzänderung nach 1988
- Die Liste der verwendeten Abkürzungen finden Sie am Anfang von „Spurensuche Nr. 11“

Bei der Weiterfahrt nach Wittnau ist zwar von der Strassensperre am S-Dorfausgang nichts mehr zu sehen – jedoch lohnt sich ein Abstecher auf den Altenberg zur Stellung der F’Art Bttr 22 (F’Art Abt 8 / 3. Div). Die 4 Stände für 7,5cm F’Kan. waren unterirdisch verbunden.

   Blick auf Bächlimatt

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

2

Wittnau

Altenberg

Bkr

4518

Art Beob, mit UG

v

641’250:258’720

2a
2b
2c
2d
2e

Wölflinswil
(AG)

Bächlimatt

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr
Bau

4519a
4519b
4519c
4519d
4519e

Art Bkr
Art Bkr
Art Bkr
Art Bkr
Zugang zu Stollen

v
v
v
v
v

641'030:257’225
640'995:257’210
640'980:257’245
640'955:257’285
640'980:257’220

Wer nach dem Abstieg nach Wölflinswil noch weiter bis zum Bänkerjoch fahren möchte, kann auch die folgenden Objekte besuchen:

   Panzermauer Asp/Oberhof

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

2f
2g

2h
2i

Oberhof
(AG)

Asp / Oberhof


Oberhof E
Oberhof W

GPH
INS

Schild
Bkr

---
---

4537
4538

Pz Mauer
Geb Mitr Kp IV/39
Lst Sap Kp II/33;1940
Ik-Schild
ex Schild

v
v

v
v

talquerend
642'700:254’740

642'770:254’630
642'420:254’580

2k
2l

Oberhof

Benken-Eich
Benken

Bkr
Schild

4535
4536

8,4cm Art Bkr/Pak
Ik-Schild

v
v

644'450:234’600
644'170:254’870

 

Zurück in Wittnau  (nach diesen Abstechern) wäre dort ein weiterer Abstecher sehr zu empfehlen: Besuch der vielfältigen Artilleriestellungen im Raum Limperg-Buschberg und der Artillerie–Beobachtungswerke zwischen Wegenstetter Fluh und Tiersteinberg.
(Diese rund 50 Objekte werden demnächst als separater Artikel Nr. 11A aufgeführt.)

Sonst gelangt man schon nach kurzer Fahrt zur Sperre von Rätschtel. Ein Halt ist lohnend, denn sie besteht aus einer talquerenden (2006 eingeebneten) Panzermauer, welche sich beidseitig im Wald fortsetzt, sowie einer Bachsperre – und 2 beachtlichen Bunkern.
Bei der Brücke über den Bruggbach markiert ein Stein die Kantonsgrenze BL/SO.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

3a
3b
3c
3d

Wittnau
(AG)

Rätschtel E
Rätschtel E
Rätschtel W
Rätschtel

Bkr
INS
Bkr
GPH

4520
---
4521
---

Inf Bkr, Pak/Mg
Lst Sap Kp III/23
Inf Bkr, Pak/Mg
Mauern, Blöcke

v
v

v

640’050:256’980
Bkr-Stirnseite
639’900:257’110
talquerend

Einen Kilometer nach der Sperre von Rätschtel (bei Pt. 478) betreten wir die Solothurner (Fast-) Enklave Kienberg, die mit dem übrigen Kantonsgebiet nur auf einer Breite von 100 Metern (W Klinik Barmelweid) verbunden ist. Die 8,5 km2 grosse Gemeinde mit heute 500 Einwohnern kam 1523 durch Kauf an Solothurn und gehört zum Bezirk Gösgen.
Die frühbarocke Saalkirche von 1627/35 enthält 3 klassizistische Stuckaltäre von 1777. Neben den Burgruinen von Heidegg und Alt-Kienberg sind typische Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erwähnenswert.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

4a
4b
4c

Kienberg
(SO)
 

Steinbruch
Schürmatt E
Schürmatt W

Schild
Bkr
Bkr

4543
4542
4541

für 7,5cm F’Kan.
Art Bkr 8,4cm Kan.
Art Bkr 8,4cm Kan.

v
v
v

640'320:253’940
640'460:253’090
640'350:253’000

   Artilleriebunker Schürmatt E       Skizze A 4542 von Markus Meier

Die beiden Bunker von Schürmatt wurden erst nach Herbst 1940 durch Baufirmen für die 5. Div gebaut.
(Armee Op Bf Nr. 12 vom 17.7.40 befahl die Verschiebung der 3. Div ins Reduit. Die 5. Div übernahm daher zusätzlich deren Raum mit dem Auftrag „durch in die Tiefe gestaffelte Sperren der Achsen“ einen Vorstoss über die Jurapässe ins Mittelland zu verhindern.)

Beim Bunker auf der Salhöhe lohnt sich zudem ein Blick auf den alten Grenzstein mit Solothurner und Berner Wappen – also aus der Zeit vor Gründung des Kantons Aargau anno 1803.

Von der Salhöhe geht es steil bergab in Richtung Aaretal.

 

Nr. Gemeinde Bezeichnung Typ A-Nr. Beschreibung IST Koordinaten

5a

5b
5c

Erlinsbach
(AG)

Salhöhe
Salhöhe
Breitmis
Breitmis

Bkr
Bar
Bkr
GPH

4540
---
4539
---

ex Schild,24mm BK
Strassen-Barrikaden
Pak Stand
Toblerone + StrBar

v
a
v
v

641'480:253’210

641'690:251’420

 Bunker Breitmis, darunter GPH + Str Bar

Nach dem Engnis von Breitmis gelangen wir zu den drei Gemeinden mit „Erlinsbach“ im Namen (2xSO + 1xAG) – sind im Mittelland und damit am Ende dieser Tour angelangt.

Literatur:

Autor

Titel

Hohl, Dieter

50 Jahre Grenzbrigade 4 (1939-1989);
Kdo Gz Br 4; o.A., o.J.; 42 Seiten

Keller, Silvio / Lovisa, Maurice /
Bitterli, Thomas

Militärische Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel;
Generalstab VBS/armasuisse; Bern, 2001, 48 Seiten

Keller, Silvio / Lovisa, Maurice /
Geiger, Patrick

Militärische Denkmäler im Kanton Aargau;
VBS/armasuisse; Bern, 2006, 52 Seiten

Lüem, Walter

Die Grenzbrigade 4 im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West;
GMS-Reisedokumentation; GMS Wettingen, 1998/2000, 57 S.

Lüem, Walter

3. Div im Fricktal (1939/40) – Einsatz verst. 3. Div in der Armee-
stellung; GMS-Dokumentation; GMS Wettingen; 1999, 35 S.

Ritschard, Paul

Die Berner Division (3. Div) 1876-1985;
Bern; 1985; 240 Seiten

Schaffhauser, Hans Ruedi

„Ausverkauf der militärischen Heimat“; in
OGinform, Offiziersgesellschaft BS/BL, Nr. 2/2006; S. 12-17

Zwicky, Peter

„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten

Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche“ beschriebenen Festungswerke. Ohne seine jahrelange Vorarbeit im Gelände und am Schreibtisch wären diese „Spurensuche-Artikel“ nicht möglich geworden.

Mit dem Surensuche-Bericht Nr. 12 ist die Reihe über „Befestigungen an Jura-Übergängen auf oder mit Solothurner Gebiet“ abgeschlossen. Ich hoffe, dass Sie im Gelände – oder zumindest virtuell – einige interessante Routen und Regionen entdecken konnten.

Summary: The article describes a tour to fortifications built at the begin of WW2 in a section of the Jura mountain chain. Mainly constructed by the 4th Infantry Division in 1939/40, they were finally taken over by the 4th Border Brigade in 1941.
During the “Cold War” period, some fortifications were updated (new machine guns, 9cm antitank-guns), new shelters (ASU) and fortress mortars (12cm Fest Mw) were added, but other constructions just got a minimum maintenance or were abandoned.
”Discovery tour Nr. 12” marks the end of that serial about the fortifications in the Jura mountain chain – with elements on the territory of the Canton of Soleure.

23. Okt. 2007

 


Spurensuche / Discovery tour Nr. 11
 

Von Rothenfluh im Ergolztal nach Stüsslingen im Aaretal
Fortifications between the Eibach and Aare valley

Ausgangspunkt ist wieder Sissach/BL an der Autobahn A2, wie in Tour # 08, # 09 und #10.

Nach dem Tunnel der neuen Ortsumfahrung von Sissach fährt man der Ergolz entlang aufwärts bis Rothenfluh. Am Dorfeingang sieht man die das Tal querende Panzermauer; die beiden flankierenden Bunker liegen oberhalb und etwas zurückversetzt.
An der alten Landstrasse erinnert ein hübscher Brunnen mit Basellandschäftler Wappen und einer Inschrift „1940, [Füs Kp] I/138“ an die Erbauer der Panzermauer – unter Leitung der Sappeur Kp III/23, deren Inschrift an der Mauer:  „Mot Sap III/23,1940“ bei der Verbreiterung der Kantonsstrasse 1996 verschwunden ist.

 
Tankmauer bei Alter Landstr., Richtung A 3501

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

-

Ormalingen

Brühl

Unst

3500

Zentrale, Art Rgt 4

v

633'860:257’770

1a
1b

1c
1d

Rothenfluh / BL

Rothenfluh N
Rothenfluh S
Rothenfluh S
Rothenfluh
Rothenfluh

Bkr
Bkr
INS
GPH
INS

3501
3502
3502
---
---

Inf Bkr (Ik/Mg)
Inf Bkr (Ik/Mg)
1939;Ter Kp III/140
Panzermauer
Brunnen;1940; I/138

v
v
v
v
v

635'585:257’200
635'435:256’880

(talquerend)
635'350:256’925

Abkürzungen: Art = Artillerie; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; F’Kan. = Feldkanone; GPH = Gelände-Panzerhindernis; Ik = 4,7cm Infanterie-Kanone; Mg = Maschinengewehr; Pak = 9cm Panzerabwehr-Kanone; Stel = Stellung; Tkb = Tankbüchse/24mm Bkr Kan.; Unst = Unterstand.
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST = Stall-/Scheunen-Tarnung; INS = Gedenktafel, Denkmal
SPALTE „IST“ :  a = abgebrochen;  sp = Spuren;  v = vorhanden. 

2 km SE von Rothenfluh befindet sich in der Ergolz das grosse Biotop Thalwiesen, zu dem die Amphibien über grossräumig verlegte Plastikröhren und Strassenunterquerungen gelangen können.

    Biotop Thalwiesen

In der folgenden Ortschaft Oltingen sollte man sich einen Blick auf das Haus an der Schafmattstrasse Nr. 68 mit dem Wandbild einer 7,5cm Feldkanone gönnen, welches an die Feldbatterie 36 im Aktivdienst 1939/40 erinnert.

SE von Oltingen gelangt man auf der Schafmattstrasse – nach Passieren der abgebrochenen, einst 527m langen Schienensperre am Waldeingang – zur zweiten Sperre von Winterhalden.
Sehenswert ist die Bachsperre mit interessanter Treppenkonstruktion und Spuren einbetonierter Schienen. Gegenüber befindet sich ob der Strasse ein Gedenkstein „HD.STR.UH.DET.BE 1 - ANNO 1943“ zur Erinnerung an die Männer des Berner Hilfsdienst-Strassen-Unterhalts-Detachementes 1. Bequem erreichbar ist der Schild (A 3537) für eine 7,5cm Feldkanone zwischen Strasse und Waldweg.

                
Bachsperre + Ik-Schild       Bunker A 3536

Im Steilhang oberhalb der Bachsperre steht – mühsam erreichbar – der kleine Bunker (A 3536) mit seiner speziellen Beobachtungskuppel. Er besteht aus einem senkrecht einbetonierten Stahltank mit ausgeschnittener Scharte und eingesetzter Türe. Oben auf dem Stahltank befindet sich ein kleines Lüftungstürmchen.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

2a
2b
2c
2d
2e

Oltingen /
BL

Büel
Chlapfen
Winterhalden
Chlapfen
Winterhalden

Bar
Bar
INS
Bkr
Schild

---
---
---
3536
3537

Schienen
Bach-/Hangsperre
Gedenkstein
Beob-Kuppel
7,5cm Feld-Kanone

a
v
v
v
v

637'775:253’230
637'860:253’090
637'850:253’065
637'900:253’120
637'950:253’080

Weiter in Richtung SE gelangt man problemlos zur SCHAFMATT und überquert unterhalb der Geissfluh die Kantonsgrenze BL/SO – auch ein schöner Aussichtspunkt – bei Balmis.

Ab hier geht’s abwärts Richtung Aaretal und nach dem Weiler Rohr erreicht man bald das Engnis von Blauenstein. Von der ursprünglichen Sperre mit einem Ik-Schild – später zum Bunker umgebaut – und einer Bach- und Strassensperre sind der Bunker und Teile der Bachsperre erhalten.
(Altes Foto: siehe ADAB-Heft „Mil. Denkmäler Kt. SO, Seite 47, links Mitte. Info von Markus Meier.)

   A 3538, Bunker Blauenstein

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

3a

3b

Stüsslingen
SO

Blauenstein
(Stüsslingen N)
Blauenstein

Bkr

Bar

3538

---

Ik (2 Scharten) und Beobachter/Lmg
Str.- + Bachsperre

v

sp

639'730:249’840

639'710:249’830

Ab Stüsslingen bietet sich Gelegenheit, entweder über den Unteren Hauenstein oder über Erlinsbach – Salhöchi – Kienberg zum Ausgangspunkt der Tour zurückzukehren.

(Die Sperren von Oberfrick – Rätschtel – Kienberg – Salhöchi – Breitmis, sowie die Artilleriestellungen von Limperg/Wittnau [A2937-2950] werden in einem nächsten Spurensuche-Artikel behandelt.)

Literatur:

Autor

Titel

Hohl, Dieter

50 Jahre Grenzbrigade 4 (1939-1989);
Kdo Gz Br 4; o.A., o.J.; 42 Seiten

Keller, Silvio / Lovisa, Maurice /
Bitterli, Thomas

Militärische Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel;
Generalstab VBS/armasuisse; Bern, 2001, 48 Seiten

Keller, Silvio / Lovisa, Maurice /
Geiger, Patrick

Militärische Denkmäler im Kanton Aargau;
VBS/armasuisse; Bern, 2006, 52 Seiten

Lüem, Walter

Die Grenzbrigade 4 im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West;
GMS-Reisedokumentation; GMS Wettingen, 1998/2000, 57 S.

Schaffhauser, Hans Ruedi

„Ausverkauf der militärischen Heimat“; in
OGinform, Offiziersgesellschaft BS/BL, Nr. 2/2006; S. 12-17

Schaffhauser, Hans Ruedi

„Die Fortifikation Hauenstein“, in
OG BS/BL, 2005, S. 1-23

Zwicky, Peter

„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten

Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche 11“ beschriebenen Festungswerke.

2. Okt. 2007

Summary: The article describes a tour to fortifications built at the begin of WW2 in a section of the Jura mountain chain. Constructed by the 4th Infantry Division in 1939/40, they were finally taken over by the 4th Border Brigade in 1941.
During the “Cold War” period, some fortifications were updated (new machine guns, 9cm antitank-guns), new shelters (ASU) and fortress mortars (12cm Fest Mw) were added, but other constructions just got a minimum maintenance or were abandoned.

 

Spurensuche/Discovery tour Nr. 10

Im Eital, von Gelterkinden über Zeglingen nach Wisen
Fortifications in the Eibach valley between Gelterkinden and Wisen

Ausgangspunkt ist wieder Sissach/BL an der Autobahn A2, wie in Tour # 08 und # 09.
Diesmal folgen wir dem Tal des Eibaches nach Süden – durch den Artillerieraum der 4. Div in der ehemaligen Armeestellung 1939-41.

Nach dem Tunnel der neuen Ortsumfahrung von Sissach fährt man zuerst noch im Ergolztal nach Ormalingen. Am E Dorfausgang liegt bei Pt. 433 die Abzweigung zu den Höfen Wintersrain/Weierhof. Wenn man das Auto am kleinen Weiher (Tal), S des Weierhofs, parkiert, geniesst man einen schönen Waldspaziergang zu den folgenden Stellungen der F Art Abt 10. Zwar sind die meisten Scharten zugemauert, viele Bunker zugeschüttet – ausser bei A 3508 und A 3511, die auch begehbar sind..

          
Weierhof                        Art Bkr A 3508

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

1a
1b
1c
1d
1e

Ormalingen
(BL)

Weierhof S
Weierhof SW 1
Weierhof SW 2
Weierhof SW 3
Weierhof SW 4

Unst
Bkr
Bkr
Bkr
Bkr

3503
3504
3505
3506
3507

Im Wald, ob Str.
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm

v
v
v
v
v

634’020:256’560
633’870:256’670
633'820:256’730
633'755:256’730
633'550:256’900

2a
2b
2c
2d
2e

Gelterkinden
(BL)

Ärntholden 1
Ärntholden 2
Ärntholden 3
Ärntholden 4
Ärntholden

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr
Unst

3508
3509
3510
3511
3512

Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
(bei Bkr 2)

v
v
v
v
v

633'220:256’470
633'160:256’430
633'130:256’420
633'100:256’410
633'200:256’440

Abkürzungen: Art = Artillerie; AW = Artilleriewerk; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; Div = Division; F’Kan. = Feldkanone; GPH = Gelände-Panzerhindernis; Ik = 4,7cm Infanterie-Kanone; M = Mitte; Mg = Maschinengewehr; Pak = 9cm Panzerabwehr-Kanone; SBB = Eisenbahn; Str. = Strasse; Tkb = Tankbüchse/24mm Bkr Kan.; Unst = Unterstand.
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST = Stall-/Scheunen-Tarnung; INS = Gedenktafel, Denkmal
SPALTE „IST“ :  a = abgebrochen;  sp = Spuren;  v = vorhanden. 

             

Rückseite Bkr A 3511        Scharte A 3511

Anschliessend fährt man zurück nach Gelterkinden, wo sich SE des Schwimmbades am Fitness-Parcours die nächste Art Stel befindet. Auch hier sind die Scharten zugemauert und die Objekte meist überdeckt.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

3a
3b
3c
3d
3e
3f
3g

Gelterkinden
(BL)

Wolfsteigen 1, S
Wolfsteigen 2, M-S
Wolfsteigen 3, M-N
Wolfsteigen 4, N
Wolfsteigen
Wolfsteigen 1
Wolfsteigen 2

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr
Unst
Unst
Unst

3513
3514
3515
3516
3517?
3518
3519

Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
Art Bkr 7,5cm
verschwunden
(8,4 x 6,2m)
(3,9 x 3,9m)

v
v
v
v
a
v
v

632’700:256’230
632’650:256’250
632'600:256’270
632'560:256’280
632'710:256’140
632'570:256’210
632'580:256’250

Knapp einen Kilometer weiter SE gelangen wir dann an Sperre von Tecknau, einst besonders wichtig wegen des Nordportals des („neuen“) Hauenstein-Eisenbahntunnels.
Die das Tal querenden Panzermauer (mit Tarnbemalung), sowie eine Gedenktafel von den Erbauern „1940 - Mot Sap Kp III/23“ und die beiden Bunker von 1940 sind erhalten.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

4a
4b
4c
4d
4e

Tecknau
(BL)

Tecknau E
Tecknau W
Tecknau
Tecknau
Tecknau

Bkr
Bkr
GPH
INS
INS

3520
3521
---
---
---

Ik/Pak, Beob, Mg
Mg, Beob
N Bhf; talquerend
Wappen an A3520
u/Str.n.Wenslingen

v
v
v

v

633'900:255’460
633'700:255’200


633'800:255’365

 

4f

 

Wenslingen
(Eingang = Tecknau)

Batterie Scherz /
Artillerie-Kaverne

AW


INS

3535


---

In Felswand für 3 F'Kan. 7,5cm; erbaut März-Juni 1940.
2 Tafeln

v

 

Nur mit ortskundigem Führer besuchen!

            Scharten G1 + G2 von A 3535 (Foto: Markus Meier)  

Auf der Höhe von Rünenberg/Kilchberg können wir anschliessend gleich zwei imposante Art Stel entdecken, welche für die Schwere Motorkanonen Abteilung 4 mit ihren 10,5cm Kanonen erbaut wurden. Speziell ist der zusätzliche Schartenschutz mittels Baumstämmen – wie das von Oberst Engeli im Sommer 1940 aufgenommene Foto (Privatarchiv Max Rudolf) zeigt. Spuren der Eisen sind teils noch zu sehen.

                                  
Baumstämme als Schartenschutz            Markus Meier am Denkmal

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

5a
5b
5c
5d
5e
5f
5g
5g
5h

Rünenberg
(BL)

Steinholz E Steinholz M-E
Steinholz M-W
Steinholz W
Steinholz 1
Steinholz 2
Steinholz 3
Steinholz,H
ütte
Dorfplatz

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr
Unst
Unst
Unst
INS
INS

3522
3523
3524
3525
3526
3527
3528
---
---

Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
ex Mun Mag
Unterstand
ex Mun Mag
DENKMAL
Stein: F Bttr 34

v
v
v
v
v
v
v
v
v

632'820:254’430
632'750:254’480
632'700:254’480
632'640:254’490
632'790:254’350
632'750:254’380
632'720:254’340

633'495:253’690

 

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

6a
6b
6c
6d
6e
6f

Kilchberg
(BL)

Chilchstüdeli E
Chilchstüdeli M-E
Chilchstüdeli M-W
Chilchstüdeli W
Chilchstüdeli 1
Chilchstüdeli 2

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr
Unst
Unst

3529
3530
3531
3532
3533
3534

Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
Art Bkr 10,5cm
Unterstand
ex Mun Mag

v
v
v
v
v
v

634'500:253’440
634'430:253’470
634'390:253’490
634'330:253’440
634'450:253’390
634'380:253’430

Hinweis: Die Objekte A 3501-02 und 3536-38 werden in einem nächsten „Spurensuche“-Artikel besprochen.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

6a
6b

Zeglingen
(BL)

Wolfacker
Murblen

Schild
Schild

3539
3540

für 7,5cm Kan.
für 7,5cm Kan.

v
v

636'100:251’860
635'800:251’260

Die beiden Schilde E und SE des Dorfes von Zeglingen wurden zur Sperre der Umgehungsmöglichkeiten über Bergmatten/Schafmatt durch die 5. Div. betoniert.

Wenn wir von Zeglingen in Richtung Wisen weiterfahren, passieren wir nach knapp 2km die Kantonsgrenze und befinden uns im vorderen Bereich der Fortifikation Hauenstein aus dem 1. Weltkrieg. Die ausgedehnten Befestigungen am Wisenberg/Bad Ramsach laden zu einer weiteren Tour ein.

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

7a
7b

Wisen
(SO)

Zwillmatt
Zwillmatt

Schild
Bar

3541
---

für 7,5cm Kan.

a
a

634'530:249’930

 

Der Schild im Steinbruch von Zwillmatt ist verschwunden; weitere Spuren erinnern jedoch an dieses „Einfallstor“ zur Passhöhe des „Unter Hauenstein“.
Hinweis: die Achse des „Unter Hauenstein“ ist in „Spurensuche # 9“ beschrieben.

 

Literatur:

Autor

Titel

Hohl, Dieter

50 Jahre Grenzbrigade 4 (1939-1989);
Kdo Gz Br 4; o.A., o.J.; 42 Seiten

Keller / Lovisa /
Bitterli

Militärische Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel;
Generalstab VBS/armasuisse; Bern, 2001, 48 Seiten

Lüem, Walter

Die Grenzbrigade 4 im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West;
GMS-Reisedokumentation; GMS Wettingen, 1998/2000, 57 S.

Schaffhauser, H. R.

„Artillerie-Kaverne Wenslingen im 2. Weltkrieg“ in
“Heimatkunde Wenslingen“; 8 Seiten = Kapitel 10; 1998

Schaffhauser, H. R.

„Ausverkauf der militärischen Heimat“; in
“Oginform“, Offiziersgesellschaft BS/BL, Nr. 2/2006; S. 12-17

Schaffhauser, H. R.

„Die Fortifikation Hauenstein“, in
OG BS/BL, 2005, S. 1-23

Zwicky, Peter

„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten

Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche 10“ beschriebenen Festungswerke

 

Summary: The article describes a Tour to Swiss Fortifications and artillery positions in the Jura Mountains, built 1939/40 at the begin of WW2 . Some of these fortifications were upgraded during the “Cold War” and used up to 1994 when the “Army ‘95” was implemented.

30. Juli 2007 / Koordinaten-Korrektur: A 3539/3540 - 27.1.2009

 

Spurensuche / Discovery tour Nr. 9  

Unterer Hauenstein (Sissach-Trimbach) / Lower Hauenstein passroad

Ausgangspunkt ist Sissach an der Autobahn A2, wie in Tour # 08. Diesmal fahren wir durch das Homburgertal auf der Strasse des Unteren Hauenstein-Passes nach Süden.

[Nördlich von Sissach gibt es zahlreiche Bauten der „Armeestellung“ von 1939/40 zu sehen, welche sich von Frick her kommend über Wischberg – Farnsburg – Buuseregg – Sissacher Flue bis E von Liestal (Bad Schauenburg) hinzieht.]

Nr.

Gemeinde

Bezeichnung

Typ

A-Nr.

Beschreibung

IST

Koordinaten

1a
1b
1c

Diepflingen
(BL)

Diepflingen E
Diepflingen W
Diepflingen

Bkr
Bkr
GPH

3542
3543
---

Ik/Pak + Mg
Ik/Pak + Mg;   ST
Mauer

v
v
v

630’560:254’910
630’350:254’660
630'370:254’820

2a
2b
2c

Rümlingen/BL
Wittinsburg
(BL)

Tschattnau E
Tschattnau W
Tschattnau

Bkr
Bkr
GPH

3544
3545
---

Ik/Pak + Mg
Ik/Pak + Mg;   ST
Mauer

v
v
v

631'060:253’675
630'880:253’800
630'955:253’820

3a
3b
3c

Läufelfingen
(BL)

Läufelfingen E
Läufelfingen W
Läufelfingen

Bkr
Bkr
GPH

3546
3547
---

Ik/Pak + Mg;   ST
Ik/Pak + Mg;   FT
Tal+Str.+SBB

v
v
v

631'230:249’880
631'120:249’870
631'185:249’920

4a
4b
4c
4d

Läufelfingen
(BL)
Wisen
(SO)

Adlikerbrücke
Steinbruch
Adliken S
Adlikerhof

GPH Schild
Schild
Bkr

---
3548
3549
3550

Blöcke am Bach
(2x7,5cm F’Kan.
(7,5cm F’Kan.)
(F’Kan/Tkb);    ST

sp
v
v
v

632'660:249’025
632’450:248’970
632'800:249’050
632'920:249’160

5a
5b
5c

Läufelfingen
(BL)

Reisen E
Reisen Mitte
Reisen W

Bkr
Bkr
Bkr

3551
3552
3553

8,4cm Art Bkr
8,4cm Art Bkr
8,4cm Art Bkr

sp
v
v

633'000:248’500
632'970:248'520
632'590:248’420

6a
6b
6c
6d

Läufelfingen
(BL)

Pulfisei N
Pulfisei N
Pulfisei S
Muregg

Werk
GPH
Schild
Bkr

3554
---
3555
3556

Ik/Pak+Mg;(FT=a)
Schienen
(7,5cm F’Kan.)
8,4cm Art Bkr

v
sp
v
v

632'320:248’270
632’360:248’260
632'330:248’140
632'000:248’340

7a
7b
7c
7d

Hauenstein-Ifenthal (SO)

Batterie Gsal

Bkr
Bkr
Bkr
Bkr

3557
3558
3559
3560

12cm Art Bkr
12cm Art Bkr
12cm Art Bkr
12cm Art Bkr

v
v
v
v

631'750:247’470
631'720:247’470
631'670:247’470
631'640:247’470

8a
8b

Hauenstein
(SO)

Passhöhe
Bodenfeld

Bar
Schild

---
3561

Str. Sperre
(7,5cm F’Kan.)

a
a


632'750:247’430

9a
9b
9c

Trimbach

Winznau

Trimbach S (W!)
Trimbach N (E!)
Rankwog (Brücke)

Werk
Werk
Stand

3562
3563
3599

Ik/Pak + Mg    FT
Tkb + Mg;       FT
(Ik)

v
v
v

633'490:246’250
633'590:246’320
636'540:246’440

Abkürzungen: Art = Artillerie; Bar = Barrikade; Bkr = Bunker; F’Kan. = Feldkanone; GPH = Gelände-Panzerhindernis; Ik = 4,7cm Infanterie-Kanone; Mg = Maschinengewehr; Pak = 9cm Panzerabwehr-Kanone; SBB = Eisenbahn; Str. = Strasse; Tkb = Tankbüchse/24mm Bkr Kan.;
FT = Fels-Tarnung; HT = Haus-Tarnung; ST = Stall-/Scheunen-Tarnung
SPALTE „IST“ :  a = abgebrochen;  sp = Spuren;  v = vorhanden. 

 

Schon 2km nach dem Tunnel der neuen Ortsumfahrung von Sissach erreichen wir die erste Sperre bei Diepflingen.
Zum Bunker A 3542 gelangt man durch das Dorf und dann nach kurzem Fussmarsch (ab Fahrverbot) auf dem Sommerauweg. Das unscheinbare Gebäude am Waldrand ist perfekt als Feldscheune getarnt: Holzverkleidung, Ziegeldach und bemaltes Rabitz-Geflecht.
Zurück auf der Kantonsstrasse findet man am Ortsende die Panzermauer zwischen Hauptstrasse (Str Bar überdeckt) und Wald. Das Strässchen zum Schiessstand führt uns hinauf zum Waldrand, wo sich der Bunker A 3543 befindet, versehen mit Original-Tarnbemalung.
 

  Bunker Diepflingen E         Bunker Diepflingen W 

Bei der Weiterfahrt Richtung Olten folgt schon nach 1km die Abzweigung nach Rünenberg, wo 2 verbunkerte Stellungen (je 4 Art Bkr + 2 Unst) für 10,5cm mot. Kan. im „Steinholz“ (Bttr 107, mit Gedenkstein) und im „Chilchstüdeli“ (Bttr 108) zu sehen wären.

Wer auf der Hauptstrasse bleibt, stösst 250m nach der Abzweigung auf die Sperre von Tschattnau bei Rümlingen. Die Panzermauer zieht sich vom Wald quer übers Tal und den Hombergerbach (Bachsperre) bis unterhalb des als Stall getarnten Bunkers A 3544.
Im Buch „Falsche Chalets“ von Christian Schwager findet sich ein Bild davon auf Seite 82, ebenso wie vom Bunker Diepflingen E (S. 81) und Adlikerhof/Wisen (S. 83).

Das Gegenwerk Tschattnau W liegt an der Strasse nach Wittinsburg.

 

                               
Bunker A 3545 Tschattnau W            Bunker Läufelfingen E (Markus Meier)

Nach weiteren 4km gelangt man bereits nach Läufelfingen, wo sich das Nordportal des alten Hauenstein-Bahntunnels befindet.
Die Sperre quert das Tal N des Dorfes und besteht aus BBB-Blöcken, Schienen und Mauern. Der Bunker A 3546 an der Passstrasse ist bestens als Scheune getarnt – das Gegenwerk in der Felswand gegenüber kaum sichtbar und schwer zugänglich.

(Über einen möglichen Panzerangriff auf diese Sperre gab es – aus damaliger Sicht – in der ASMZ Nr. 12/1990, einen Artikel von Lukas Landmann.)

Im Bereich der Passhöhe des Unteren Hauenstein folgt dann eine grössere Anzahl von Bauten aus der Zeit des Aktivdienstes 1939-45, sowie aus der Zeit von 1914-18.
Als „Sperrstelle Unter Hauenstein“ finden Sie einen Beschrieb auf Seite 26/27 in der ADAB-Broschüre „Militärische Denkmäler in den Kantonen Solothurn, Basel-Stadt & Basel-Landschaft“.
Alle ADAB-Broschüren können direkt aus dem Internet kostenlos herunter geladen werden auf:
Neu zu finden unter:
http://www.ar.admin.ch/internet/armasuisse/de/home/themen/immo/historische.html

(Den Stellungen der „Fortifikation Hauenstein“ aus dem 1. Weltkrieg (Karte unten) wird in ein späterer „Spurensuche-Artikel“ gewidmet sein.)

 

                                              
Stellungskarte von 1942:                             Kdo Fortifikation Hauenstein
Läufelfingen-Hauenstein                              Karte von 1919; BAR
(Bttr Gsal + Schilde + 8,4cm Bkr)                                

Wegen des Mangels an Geschützen (Reduit-Aufbau) griff man 1940 nochmals auf die eingelagerten 8,4cm Krupp-Kanonen, Modell 1881, zurück, welche im 1. Weltkrieg als „Bataillonsgeschütze“ und Ersatz für fehlende Maschinengewehre gedient hatten – für welche es aber keine panzerbrechende Munition gab. (max. Schussweite: 7km)
Ende 1940 baute man dafür drei Geschützbunker auf Reisen und einen auf Muregg.
(Schussrichtung: siehe Stellungskarte von 1942)

Der Kriegsverlauf 1939/40 hatte die Notwendigkeit der Panzerbekämpfung deutlich gemacht. General Guisan befahl daher, die 7,5cm Feldkanonen mobil auch dafür einzusetzen.
Zwischen Oltingen und der Challhöchi baute die 5. Division Ende 1940 bis Sommer 1941 daher insgesamt 13 Schilde für Feldkanonen 7,5cm. Ein Unikat ist dabei der Doppelschild für 2 Kanonen im Steinbruch von Läufelfingen. (Schussrichtung: siehe Karte von 1942)

Die verbunkerte Batterie-Stellung „Gsal“ am Chesselberg, wurde im Herbst 1940 von der 5. Division für
4 Feld-Kanonen 12cm, Modell 1882, gebaut. Die maximale Schussweite betrug 10km, die maximale Feuergeschwindigkeit 1 bis 2 Schuss pro Minute.
Später wurden die Geschütze durch Pivothalterung und Rücklaufbremse kampfwertgesteigert. Nach 1945 erfolgte eine Umrüstung der Batterie auf 12cm Haubitzen.
Heute ist alles leer geräumt und überwachsen.
(Weitere Details siehe: Lüem/Sidler, GMS-Dokumentation S. 23 + 30-35)

 

                                                         
         Geschützstand, leer, Okt. 1998                Scharten-Abdeckung (2007)
         (zeigt noch die Umbau-Stadien)

Hinweis: für die Befestigungen von Challhöchi, W Ifenthal, siehe “Spurensuche Nr. 8“.

Nachdem im Sommer 1941 auch die 4. und 5. Division im Reduit eingesetzt wurden, war die Grenzbrigade 4 für den ganzen Raum von Stein/AG am Rhein bis Klösterli bei Kleinlützel/SO verantwortlich – wobei das Schwergewicht auf Verteidigung der Achsen zwischen Grenze und Mittelland lag.
[Frankreich war zum Grossteil seit dem Waffenstillstand vom 22.6.1940 besetzt von Hitler’s Wehrmacht.]

 

Im Befehl Nr. 408 vom 15.7.1941 der Grenzbrigade 4 wurde ihr Auftrag neu geregelt:

(BAR E 5795; 1000/951; Bd. 316)
- hält mit dem Gros der Grenztruppen die vorbereiteten Grenzstellungen
- verzögert in ihrem Raum mit allen Mitteln einen feindlichen Einbruch
- verhindert den Einbruch feindlicher Panzerkräfte über den Jura ins Aaretal
- sperrt namentlich die Jura-Übergänge Unterer und Oberer Hauenstein, Passwang,
   Schelten, sowie die Klusen von Balstal.
- EIN RÜCKZUG KOMMT NICHT IN FRAGE.

Der gleiche Befehl hält (auf Seite 7) für die Truppen der rückwärtigen Stellungen u.a. fest:
..... die „Kampfgruppen Hauenstein“ (verstärktes Ter Rgt 86)
- hält die in den Zugangstälern zum Hauenstein-Massiv gebauten Werke und Sperren
  bei Rothenfluh, Tecknau, DIEPFLINGEN, Sommerau, Tenniken und Zunzgerberg,
- sperrt im Anschluss daran nach rückwärts – in Stärke von je ca. einem Bataillon – tief gestaffelt
  durch Talsperren und Stützpunkte:

  a) den Untern Hauenstein unter Einbezug der direkt an der Hauensteinstrasse gelegenen Sperren
      bei LÄUFELFINGEN, ADLIKEN und bei PULVISEI, sowie der Sperren bei ZEGLINGEN und
      UNTER-ZWILLMATT (NE Wisen), welche in der rechten Flanke den Zugang zur Hauenstein-
      Strasse von Eithal her unterbinden;
  b) das obere Diegtertal bei Oberburg und bei Eptingen unter Ausnützung der Sperre Oberburg;
  c) den Obern Hauenstein mit den Sperren Oberdorf, Waldenburg (N & S), Spittel, Oberer
      Hauenstein; [........]
hält die Querverbindungen Wisen-Läufelfingen, Ifenthal-Kall-Kilchzimmer-Langenbruck-Mümliswil
sperrt nach S den Übergang von Bärenwil nach Hägendorf und nach Egerkingen,
sperrt nach S die Untere Hauensteinstrasse in der Gegend S des Dorfs Hauenstein und W Ifenthal,
sichert die rechtzeitige Zerstörung der im Verteidigungsraum liegenden Spreng-Objekte
KP:  „Kampfgruppe Hauenstein“  = General Wille-Haus (bei Challhöchi)

 

 

Die beiden Infanteriewerke beim Viadukt von Trimbach, rund 800m SE vom Südportal des alten Hauenstein-Tunnels gelegen, wurden erst 1944 gebaut. Sie sind noch voll ausgerüstet, wurden vom Kanton Solothurn übernommen und werden durch den Verein „Festungswerke Solothurner Jura“ betreut.

                                                         
Trimbach Nord, Zugangs-Stollen (Ch. Rast)                      Trimbach Süd, 4 Scharten, 2stöckig

Als Ende der Tour empfiehlt sich ein Blick auf die Gedenktafel zum Bau der Hauenstein-Strasse von 1827-29 auf dem Parkplatz 100m unterhalb des Bahnviadukts von Trimbach, oder ein Abstecher zum (derzeit) gut sichtbaren Ik-Schild an der Oltnerbücke von Winznau oder aber ein Besuch des Soldatendenkmals von Olten, im Park gegenüber von Kantonsspital bzw. SIS-Gebäude (mit Ausstellung historischer Wertpapiere = www.wertpapierwelt.ch ).

 

Literatur:

Autor

Titel

Fink, Urban

Solothurner Artillerie, Habegger Verlag, Derendingen; 1997, 303 S.

Hohl, Dieter

50 Jahre Grenzbrigade 4 (1939-1989);
Kdo Gz Br 4; o.A., o.J.; 42 Seiten

Keller / Lovisa /
Bitterli

Militärische Denkmäler in den Kantonen Solothurn & Basel;
Generalstab VBS/armasuisse; Bern, 2001, 48 Seiten

Landmann, Lukas

„Angriffe gegen ausgebaute Verteidigungsstellungen“; S. 737-740 in ASMZ, Nr. 12/1990

Lüem, Walter

Die Grenzbrigade 4 im Zweiten Weltkrieg, Teil Ost + West;
GMS-Reisedokumentation; GMS Wettingen, 1998/2000, 57 S.

Schwager, Christian

„Falsche Chalets“ – die getarnten Bunker der Schweiz;
Ed. Patrick Frey Zürich; 2004, 141 Seiten, ISBN 3-905509-49-0

Zwicky, Peter

„Finish“ Magazin der Gz Br 4; Kdo Gz Br 4, 1994; 48 Seiten

 

Christoph Rast, Olten, danke ich für Fotos aus den Werken Trimbach und Adlikerhof.
Markus Meier, Arlesheim, danke ich für die Benützung seiner ausführlichen Skizzen, Pläne, Karten, Fotos und Tabellen über die in „Spurensuche 9“ beschriebenen Festungswerke.

 

Summary: The article describes a Tour to Swiss Fortifications along the Lower Hauenstein passroad, built during WW2 when the country was surrounded by Hitler’s and Mussolini’s troupes.. The 4th Border brigade was in charge of a very large area between the Rhine river and the Jura mountains. Many fortifications were upgraded during the “Cold War” and used up to 1994 when all border brigades were dissolved – and the “Army ‘95” implemented.

11. Juni 2007

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